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Trish

24 Jahre – studiert soziale Arbeit

Andrea: Was grenzt dich von den anderen in der Szene ab?
Trish: Das Auffälligste ist das Aussehen. Weil ich nicht so aussehe wie eine typische Lesbe. Obwohl ich mich selbst auch gar nicht als Lesbe bezeichne. Ich hatte früher Beziehungen mit Männern. Ich stehe eher auf Frauen. Ich bezeichne Lesben eher, die von Anfang an die Neigung hatten und Bi finde ich auch nicht treffend, weil ich nicht mehr auf Männer stehe. (schaut fragend)

Andrea: Wie beschreibst du dich selbst?
Trish: Ich bin ein typisches Mädchen- Mädchen. Ich stehe auf Nägel lackieren, shoppen, auf schminken, auf hohe Schuhe, auf Miniröcke. Also so richtig Mädchen mäßig. Nur weil ich auf Mädchen stehe, will ich mir nicht die Haare abschneiden und maskulin ausschauen. Also, ich liebe lange Haare.

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Andrea: Welcher Szene, außer der Lesbenszene, könnte man dich am besten zuordnen?
Trish: Es gibt ja ganz viele, die mich in die Gothik, Punk Schiene schieben. Ich kann dir nicht sagen, ob es einen Ausdruck für meinen Style gibt. Es gibt keine spezielle Richtung, in der ich mich zuordnen will. Aber ich bin in der Fetisch Szene unterwegs.

Andrea: Und was macht diese Szene aus?
Trish: Eigentlich nur die Klamotten und das Auftreten. Ich trage Latex und trete dominant auf. Ich habe zwei Kleiderschränke. In dem einen hängen nur Latexklamotten, Leggings, Coursagen, Schuhe, Handschuhe. In dem anderen habe ich Turnschuhe, Miniröcke, Oberteile mit Ausschnitt. Ich habe mich von Anfang an dazu entschieden, dass ich als Herrin auftrete und dementsprechend verkörpere ich das auch. Aufrechte Haltung. Kein Lächeln. Herrische Redensart und streng sein.

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Andrea: Wie hast du das für dich entdeckt?
Trish: Durch meine Ex Freundin. Mit der war ich auf solchen Partys. Das hat mir sehr gut gefallen. Dann kamen Anfragen für Shootings. Ich wusste aber gleich, ich will keine Sklavin sein, sondern eine dominante Frau.

Andrea: Was hat dich daran gereizt? Die sexuelle Komponente?
Trish: Das ist einfach auch meine sexuelle Präferenz. In bestimmten Bereichen lebe ich das aus. Sonst wäre das Interesse auch gar nicht so groß. Der Fetisch-Bereich ist ja groß. Das Machtspiel hat mich gereizt. Dass man über eine andere Person die Macht hat. In meinem Fall eher über Männer. Alles was in die Sklaven und Geldrichtung geht, ist halt sehr verlockend. Da ich eh nicht an Männern interessiert bin, lag es nahe, um es mal ganz böse zu sagen, Männer auszunutzen.

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Andrea: Das heißt, du verdienst damit dein Geld?
Trish: Ja.

Andrea: Und wie genau?
Trish: Indem Sklaven mich anschreiben und ein Treffen oder besser gesagt, eine Session vereinbaren. Dafür, dass ich ihre Vorlieben befriedige, nehme ich dann Geld.


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Andrea: Die Frage, warum du das machst, kommt bestimmt auch öfter oder?
Trish: Ach ich finde das echt lustig. Ich sehe da nichts Schlimmes drin. Ich finde es echt lustig, Männer zu schlagen. Oder einen Mann zu sehen, der meine Füße küsst. Ich finde das selber überhaupt nicht erotisch oder antörnend. überhaupt nicht. Mir gefällt es einfach, die Macht über die Männer zu haben. Viele sind hohe Tiere im Job und die kommen dann zu mir und lecken meine dreckigen Schuhe. Das finde ich echt lustig. Für mich ist das ein Job, damit kann ich Geld verdienen. Auf Partys habe ich immer ein zwei Sklaven dabei. Dafür kriege ich dann kein Geld. Aber es ist praktisch. Ich kriege dann die Füße massiert. Man hat einen Shuttleservice. Man bekommt ständige einen ausgegeben. Also bei dem Umstand einen Sklaven zu haben, ziehe ich mir nur die Vorteile heraus und nicht die Nachteile.

Andrea: Wie ist die Reaktion in der Szene auf das, was du machst?
Trish: Komisch. Generell wissen wenige Bescheid darüber. Einige enge Freunde wissen schon, dass ich in der Fetisch Szene bin und kennen auch meine Facebook-Seite, von daher ganz unbekannt ist das nicht. Aber, dass ich wirklich Sklaven habe und mich Sklaven besuchen, wissen nicht viele. Lesben gehen damit noch krasser um oder besser erschrecken sich noch mehr davor.

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Andrea: Woran meinst du, liegt das?
Trish: Jeder hat so sein typisches Bild vor Augen, was eine Domina ist. Ich glaube für Lesben ist es noch mal anders, weil Männer im Spiel sind und ich leider auch generell die Erfahrung gemacht habe, dass viele Lesben nicht gerade sehr offen in ihrer Sexualität sind.

Andrea: Wie ist das dann, wenn du Frauen kennenlernst?
Trish: Es ist wichtig, dass sie von Anfang Bescheid wissen, das habe ich gelernt. Weil es einfach auch ein großen Teil meines privaten Lebens ausmacht und weil ich es selbst auch im Bett ausleben will. Meiner jetzigen Freundin habe ich es auch von Anfang an gesagt und das erste Mal kam sie damit in Berührung als ich mich bei ihr zu Hause für eine Fetisch Party fertig gemacht habe. Sie hat mich so gesehen und ich habe ihr erzählt, was wirklich so abgeht auf den Partys mit den Sklaven. Ich glaube, sie war echt schockiert. Es gibt halt die einen, die den Fetisch komplett ausleben. Bei denen der Fetisch das ganze Leben bestimmt. Bei mir ist das nicht so. Ich habe mein ganz normales Leben. Bei mir ist das vielleicht ein Drittel.

Andrea: Wo sagst du, gibt es Konfliktsituationen in deinem Leben und wo musst du dich immer wieder erklären?
Trish: Bei meinen sexuellen Vorlieben. Bei meiner Ex Freundin hat es nicht funktioniert. Da musste ich dann sagen, ok im privaten Bereich kann ich das eben nicht ausleben.

Andrea: Geht das einfach so?
Trish: Muss ja fast. Entweder du verstellst dich für mich, was es ja auch nicht bringt oder ich sage, ich verzichte drauf und habe im Bett eben nur, ich sage mal, Blümchensex. Aber die Beziehung wollte ich deshalb auch nicht aufgeben. Aber irgendwann musste ich dann eben auch sagen, das geht nicht mehr.

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Andrea: Was sind dann Punkte, wo du sagst, hier muss ich aufpassen?
Trish: Alles, was mit Gewalt zu tun hat. Sei es schlagen, würgen, fesseln, alles in extremerer Weise. Ich meine so Handschellen mit Plüsch und Augen verbinden, das machen ja viele. Aber das ist mir zu wenig. Mit meiner jetzigen Freundin, die auch ganz frisch dabei ist, klappt alles super. Auch im Bett. Das ist der Wahnsinn.

Andrea: Wie erlebt das deine jetzige Freundin?
Trish: Als wir das erste Mal in einen Club hinein gegangen sind, hat sie sofort gemerkt, wie sich meine Ausstrahlung geändert hat. Wie ich sofort dominanter geworden bin. Das hat sie sofort gesehen und empfand das als ziemlich krass. Mir fällt das gar nicht mehr auf. Eifersucht ist dabei aber nicht im Spiel. Ich habe überhaupt kein Interesse an Männern und sexuellen Kontakt gibt es sowieso überhaupt nicht. Alle Sklaven wissen das auch.

Andrea: Was wünscht du dir?
Trish: Ich wünsche mir, dass meine Freundin genauso viel Interesse entwickelt wie ich. Dass man vielleicht sogar zusammen Sklaven haben kann, der einem das Leben erleichtert und der uns bezahlt. (lacht)

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